Lebenslanges Lernen: Demografischer Wandel erfordert zeitgemäße Antworten. Übereinkunft über Leitlinien zu Lebenslangem Lernen

  • Logo der Allianz
    Name der Gesellschaft
    Allianz SE
    Sitz
    Deutschland, wobei die Maßnahme auch für alle Allianz Gesellschaften in den EU-Mitgliedsländern, den Vertragsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz gilt
    Größe und Sektor der Organisation
    Versicherungs- und Asset-Management-Konzern, 142.459 Beschäftigte weltweit, 125.190 Mio. € Gesamtumsatz (Stand: 31.12.2015)
    Webseite

Hintergrund für die Einführung der Maßnahme

Der demografische Wandel, aber auch das dynamische Marktumfeld und der zunehmende internationale Wettbewerb erfordern ein hohes Maß an Flexibilität von Unternehmen und deren Mitarbeitern. Unter den sich stetig verändernden Bedingungen bedarf es auf Seiten der Unternehmen struktureller Anpassungen, damit sie auch zukünftig erfolgreich agieren. Arbeitnehmerseitig gilt es, insbesondere individuelle Kompetenzen und Fähigkeiten zu stärken und weiter auszubauen und damit die Beschäftigungsfähigkeit zu erhöhen. Die Allianz SE betont vor diesem Hintergrund die hohe Bedeutung von Lebenslangem Lernen.

Insbesondere infolge der demografischen Veränderungen nimmt die Förderung des Humankapitals einen hohen Stellenwert ein. Ein wachsendes Bewusstsein für Lebenslanges Lernen in Gesellschaft und Wirtschaft ist dabei unumgänglich. In Übereinstimmung mit den Empfehlungen der gemeinsamen Demografie-Erklärung der europäischen Sozialpartner nahmen die Allianz SE und der europäische SE Betriebsrat ihre Gespräche zu diesem Thema auf und schlossen im Sommer 2012 eine Übereinkunft über Leitlinien zu Lebenslangem Lernen ab.

Datum der Umsetzung/Dauer

Unterzeichnung am 28. Juni 2012, unbefristete Geltung

Beteiligte Partner

Allianz SE und (europäischer) Allianz SE Betriebsbeirat

Gegenstand der Maßnahme

Die Vereinbarung formuliert die Entwicklung und Förderung von Mitarbeiterkompetenzen als ein zentrales Element zur Stärkung der Leistungsfähigkeit der Allianz SE und gliedert das Lebenslange Lernen in die Unternehmensziele ein.

Das Konzept des Lebenslangen Lernens zielt auf eine Erhöhung des Wissens, der Fähigkeiten und der Kompetenzen der Mitarbeiter ab. Die Allianz SE setzt sich hierbei intensiv für ein positives Arbeitsumfeld ein, in welchem das Bewusstsein für die Leistung, Bildung und Entwicklung der Mitarbeiter stark in der Unternehmenskultur verankert ist. Im Mittelpunkt steht die nachhaltige und weitreichende Wissens- und Kompetenzvermittlung, durch welche als übergeordnetes Ziel den gegenwärtigen und zukünftigen Anforderungen eines sich stetig wandelnden Marktumfeldes begegnet werden soll.

Um diesem bedeutenden Anliegen zu entsprechen, wurden im Einzelnen folgende Ziele vereinbart:

  • Unterstützung hoher Arbeitsleistung und -qualität der Mitarbeiter
  • Verbesserung der Produktivität und Effizienz innerhalb des Unternehmens
  • Verbesserung der Qualität, Attraktivität und der Zugänglichkeit der Maßnahmen zu Lebenslangem Lernen
  • Anpassungen der Berufsbilder als Konsequenz des Wandels
  • Bekräftigung des Unternehmensbeitrags hinsichtlich des sozialen Zusammenhalts, des gesellschaftlichen Engagements, des interkulturellen Dialogs, der Chancengleichheit der Geschlechter und der persönlichen Entfaltung
  • Beteiligung des Mitarbeiters bei der Formulierung der individuellen Lernphasen durch die Möglichkeit, die Entwicklungsziele mit der zuständigen Führungskraft abzustimmen
  • Förderung von Kreativität, Innovation, Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigungsfähigkeit und des unternehmerischen Denkens
  • Sicherstellung der Zugänglichkeit zu Lebenslangem Lernen für alle Mitarbeiter, unabhängig von Alter oder Geschlecht, Herkunft, sexueller Orientierung, physischer oder mentaler Fähigkeiten, Religion oder Weltanschauung
  • Erhöhung der Teilnahme am Lebenslangen Lernen aller Mitarbeiter
  • Förderung der Kooperation in allen Bildungs- und Trainingsbereichen zur Stärkung hoher Qualität und Konsistenz in den Lernstandards
  • Sicherstellung der Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen

 

Grundvoraussetzung zur Erreichung dieser Ziele ist die aktive Beteiligung auf Seiten des Unternehmens wie auch der Mitarbeiter. Von Seiten der Allianz SE wurde hierfür vereinbart, adäquate und geeignete Lern- und Entwicklungsressourcen, -systeme und -angebote bereitzustellen und regelmäßig die Effektivität und Nachhaltigkeit des Lernens über gemeinsam festgelegte Standards zu messen. Seitens der Mitarbeiter liegt es in ihrer persönlichen Verantwortung, die eigene Beschäftigungsfähigkeit aktiv durch den Erwerb neuen Wissens und neuer Fähigkeiten zu stärken.

Auswirkungen und erzielter Nutzen

Zwei Jahre nach Unterzeichnung der Übereinkunft wurden die europäischen Unternehmen der Allianz SE dazu aufgefordert, einen Bericht über die ergriffenen Umsetzungsmaßnahmen vorzulegen. Seitdem werden fortlaufend gemeinsame Überprüfungen durchgeführt und es wird analysiert, wie die vor Ort umgesetzten bewährten Praktiken am besten an andere Allianz Gesellschaften weitergegeben werden können. Schließlich werden regelmäßig die Effektivität und Nachhaltigkeit des Lernens mittels allgemein anerkannter Standards und KPIs sowohl auf Gesellschafts- als auch auf Gruppenebene gemessen.

Wichtigste Erfolgsfaktoren/Hindernisse

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei der Übereinkunft war die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Allianz SE und dem europäischen SE Betriebsrat. Dem Vorstand, den Führungskräften und den Mitarbeitern fällt eine aktive Rolle zu, um Lebenslanges Lernen nachhaltig in die Unternehmenskultur einzubinden. Zudem prägten auch die sektoralen Diskussionen der europäischen Sozialpartner über die demografischen Herausforderungen im Versicherungssektor die Übereinkunft auf Unternehmensebene.