Sitzung des Branchenbeirats am 13. Juli 2016

Nicht das „Ob“, sondern das „Wie“ ist die Herausforderung

Die deutschen Versicherer nehmen die Chancengleichheit von Frauen und Männern im Berufsleben sehr ernst und haben es sich zum Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu steigern. Die Bemühungen der letzten Jahre zeigen bereits erste Früchte: So ist der Anteil der weiblichen Führungskräfte in der Branche seit dem Jahr 2000 um rund 20 Prozent gestiegen, auf der ersten Führungsebene sogar um rund 40 Prozent.

Damit möchte sich die Branche allerdings nicht zufriedengeben. Das „Wie“ ist in diesem Zusammenhang jedoch nicht immer leicht und stellt alle Unternehmen vor Herausforderungen, betonte Sarah Rössler, Vorstandsmitglied der HUK-COBURG und Vorsitzende des AGV-Branchenbeirats „Frauen in Führung“. Umso wichtiger sei es, durch einen offenen Austausch zu effektiven Best-Practice-Ansätzen gute Projekte in die Branche hinein zu tragen.

Aus dem Kreis der Beiratsmitglieder wurden auf der diesjährigen Sitzung drei Best-Practice-Beispiele vorgestellt. In vielen Unternehmen gilt der Grundsatz „Führung ist nicht teilbar“. Das Best-Practice-Beispiel der Versicherungskammer Bayern (VKB) macht deutlich, dass das so nicht stimmt. Die VKB hat sich bewusst für das Modell Job-Sharing im Gegensatz zu Job-Splitting oder Führen in Teilzeit entschieden. Barbara Schick, Vorstandsmitglied der VKB: „Wichtig dabei ist, dass die Personalverantwortung für das Team nicht geteilt wird, sondern dass beide für alles verantwortlich sind. So schafft man Akzeptanz im Team und vermeidet, dass sich die Mitarbeiter unterschiedlich behandelt fühlen.“

Katrin Peitz, Hauptabteilungsleiterin bei der Westfälischen Provinzial, stellte das unternehmensinterne Netzwerk „Perspektive Frau“ vor. Ziel des Netzwerkes ist es, das „Wir-Gefühl“ der Frauen unabhängig von Funktionen zu stärken, den Erfahrungsaustausch zu fördern sowie die Vorteile von Vielfalt im Unternehmen zu verdeutlichen.

Zuletzt präsentierte Daniela Breidbach, HR Direktorin bei der Allianz Deutschland AG, die Initiative „Chefsache“, ein branchenübergreifendes Netzwerk zur Förderung der Chancengleichheit von Männern und Frauen, das sich aus hochkarätigen Vertretern der Wirtschaft (unter anderem Allianz, Bayer, Bosch, Lufthansa, McKinsey, Siemens, etc.) und Wissenschaft zusammensetzt. Schirmherrin ist Bundeskanzlerin Angela Merkel. Um den sogenannten „unconscious bias“ greifbar zu machen, habe die Initiative den sog. Chefsache-Test entwickelt. Der Test richte sich vor allem an Führungskräfte und Personalrecruiter, die tagtäglich über Karrieren von Männern und Frauen entscheiden.

Gruppenbild AGV-Frauen-Branchenbeirat 2016
Gruppenbild AGV-Branchenbeirat „Frauen in Führung“