DKM-Kongress Triple F „Frauen, Finanzen, Führung“

Best-Practices, die Attraktivität von Führung, die Macht von Netzwerken, gesellschaftliche Rollenbilder sowie eigene Erfolgsrezepte für Karriere wurden auf der diesjährigen DKM im Forum Triple F ausführlich diskutiert. Mehrere Mitglieder des AGV-Branchenbeirats waren vor Ort dabei.

Foto von der Podiumsdiskussion mit Thomas Barann, Gwen Elprana, Walter Bockshecker und Betina Kirsch

Insbesondere die Diskussion zu „Best Practice – Wie Frauen Karrierewege eröffnet werden“ mit Walter Bockshecker, Vorstand Personalwesen der NÜRNBERGER Versicherungsgruppe, Thomas Barann, Leiter Personal der Gothaer Versicherungen, Gwen Elprana, Diplom-Psychologin an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg, sowie Betina Kirsch, Geschäftsführerin des AGV, lockte eine große Hörerschaft. Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion diskutierten u.a. über die Rahmenbedingungen von Karriere, tradierte Rollenmodelle in unserer Gesellschaft sowie über die Führungsmotivation von Frauen. Nicht alle Faktoren seien durch die Unternehmen unmittelbar beeinflussbar. So sei die richtige Partnerwahl ein wichtiger Karrierefaktor. Karriere finde vor allem zwischen 30 und 40 statt – also parallel zur Familienplanung. Es sei daher nicht verwunderlich, so Bockshecker, dass Frauen die immer noch die Hauptverantwortung für die Kindererziehung tragen, karrieretechnisch die schlechteren Ausgangsbedingungen haben. Eine wichtige Stellschraube sei, so Barann, der Rekrutierungsprozess von Führungskräften. Dieser müsse effizienter gesteuert werden. Gleichzeitig sei es auch wichtig, Einfluss auf die eigene Unternehmenskultur zu nehmen und Modelle anzubieten, die Frauen wie Männern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichten. Kirsch führte aus, dass die öffentlichen Diskussionen zu Frauen im Management wichtig seien. Gerade die junge Generation an Azubis und Studenten wachse hier mit einem anderen Selbstverständnis auf; die Chance sei da, tradierte Rollenbilder zu überwinden.

Prof. Gabrielle Zimmermann, Lehrstuhlinhaberin für Personalführung und Organisationsentwicklung am Institut für Versicherungswesen der FH Köln, präsentierte die Ergebnisse der Studie „Frauen im Versicherungsvertrieb – Was sagen die Privatkunden dazu?“. Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung sei, dass der Vertragsabschluss nicht vom Geschlecht des Vermittlers abhänge. Gleichzeitig zeigte die Studie, dass „die Kunden genügend Flexibilität aufbringen, um frauenfreundlichere Beratungszeiten und -orte zu etablieren“.

Foto vom Talk mit Betina Hesse, Dr. Monika Sebold-Bender und Regina Westenberger

Auch der „Talk: 3 Frauen in Führungspositionen – und ihr Weg dorthin“ fand großen Anklang. Betina Hesse, Vorständin der ROLAND Rechtsschutz-Versicherungs-AG, Dr. Monika Sebold-Bender, Vorständin der Generali Versicherungen AG, und Regina Westenberger, Key Account Managerin Industriekunden und Risikomanagerin der SCHUNK GROUP, beantworteten Fragen rund um ihre Karriere und gaben Tipps für den beruflichen Aufstieg. Hesse betonte, dass, wer schnell eine Karriere machen möchte, auch mehr leisten muss, unabhängig vom Geschlecht. Am besten sei dies in Funktionen möglich, in denen der Erfolg gut messbar sei. Projekte, die für das Unternehmen wichtig sind und vom Vorstand gesehen werden seien gute Möglichkeiten, sich zu profilieren, so Hesse. Zum Thema Netzwerken erklärte Dr. Sebold-Bender, dass ein reines Frauennetzwerk für die eigene Karriere nicht hilfreich sei, da es zu wenige Frauen in Entscheidungspositionen gäbe. Generell müsse Netzwerken natürlich erfolgen, mit Spaß verbunden sein; man sollte auf Menschen zugehen und sich nicht scheuen auch um Hilfe zu bitten. Westenberger betonte: „Was uns noch fehlt ist, dass sich die Frauen wirklich in effizienter Weise gegenseitig helfen und zwar auch mit solchen Netzwerken, die niemand nach außen wahrnimmt“.