|
 |
 |
KI 12/2009
15.12.2009
|
|
|
 |
 |
 |
| |
| |
 |
| Herbstgutachten: Die Zukunft nicht aufs Spiel setzen |
|
 |
 |
 |
| |
|
Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung rechnet in seinem Herbstgutachten, das am 13. November 2009 erschienen ist, für die zweite Jahreshälfte 2009 und für das kommende Jahr 2010 mit einer leichten Erholung der konjunkturellen Lage der Bundesrepublik Deutschland. Im aktuellen Jahr gehen die fünf Wirtschaftsweisen noch von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Höhe von 5 % aus, für das Jahr 2010 prognostizieren sie einen Anstieg des BIP um 1,6 %. Für die Entwicklung der Arbeitslosenquote rechnen sie mit einem Anstieg von 8,2 % auf 9,4 %. Die Zahl der Erwerbstätigen werde im Gegenzug von 40,273 Millionen auf 39,651 Millionen sinken.
Das vorzeitige Ende der konjunkturellen Abwärtsentwicklung lässt die Wirtschaftsweisen nur bedingt aufatmen, noch immer befinde sich Deutschland in einer tiefen Baisse. Die erwartete Erholung der Konjunktur sei jedoch sehr schwach und labil und lasse daher für Steuererleichterungen und höhere Staatsausgaben keinen Spielraum. Für die neue Bundesregierung aus CDU/CSU und FDP sollte daher ein "Rückzug aus den krisenbedingten staatlichen Eingriffen" an erster Stelle stehen, "ohne die konjunkturelle Stabilisierung zu gefährden". Das krisenbedingte Konjunkturprogramm ziehe vor allem den Staatshaushalt in Mitleidenschaft.
Im Finanzsektor sollten Reformen den Rückzug der krisenbedingten Stützungsmaßnahmen ermöglichen und die Bankenaufsicht inhaltlich effizienter und handlungsfähiger machen, um ein erneutes Desaster zu vermeiden. Nur mit Hilfe eines gesunden und funktionierenden Finanzsystems könne eine Erholung der konjunkturellen Lage auf lange Sicht ermöglicht werden. Des Weiteren sollte nach dem Gutachten des Sachverständigenrates der zur Unterstützung notleidender Unternehmen gegründete Deutschlandfonds über das Jahr 2010 hinaus nicht verlängert werden.
Zur weiterführenden konjunkturellen Entwicklung äußerten sich die Wirtschaftsweisen zielstrebig: "Deutschland darf nicht dauerhaft auf einem niedrigen Wachstumspfad verbleiben". Nur mit Hilfe einer Ausweitung der Investitionen in das Bildungssystem und die Innovationskraft könne eine gesunde Wachstumsgrundlage geschaffen werden. Höchste Priorität besitze dabei die Verbesserung der Bildungschancen für bisher benachteiligte Personengruppen sowie eine Erhöhung des allgemeinen Bildungsniveaus, um international als Standort wettbewerbsfähig zu bleiben. Zusätzlich solle der Standort Deutschland durch Reformen der Arbeitsmarktverfassung und der Unternehmensbesteuerung attraktiver werden.
Inwiefern die Bundesregierung jedoch fähig sein wird, diese Aufgabe zu meistern, stellen die Wirtschaftsweisen ernsthaft in Frage: "Es fehlt an einem Entwurf für eine umfassende Exit-Strategie. Nicht nur mangelt es an konkreten Schritten zur Rückführung der staatlichen Neuverschuldung, stattdessen werden Steuererleichterungen und zusätzliche Ausgaben in Aussicht gestellt".
Tabelle sh. pdf-file |
| |
Seitenanfang |
| |
|
| |
|
| Betrieblicher Gesundheitsschutz – Förderprojekt der Hans Böckler Stiftung |
|
 |
 |
 |
| |
|
Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, der Verlängerung der Lebensarbeitszeit sowie des zunehmend schwerer zu deckenden Fachkräftebedarfs ist die betriebliche Gesundheitspolitik von zentraler Bedeutung. Im Rahmen eines Förderprojektes der Hans Böckler Stiftung beabsichtigt das Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung an der Universität Bielefeld e.V. (ZWW) in Zusammenarbeit mit dem Berufsforschungs- u. Beratungsinstitut für interdisziplinäre Technikgestaltung (BIT e.V.) die Untersuchung des "Kompetenz- und Strategiebedarfs von Betriebs- und Personalräten im Bereich der betrieblichen Gesundheitspolitik".
Projektziel sei die Aktivierung der betrieblichen Gesundheitspolitik in den Unternehmen und Dienstleistungsorganisationen durch zielgerichtete Unterstützung der Arbeitnehmervertretungen. Dem Projekt liegt die Annahme zugrunde, das Thema Gesundheit habe in den Betrieben aktuell keine hohe Priorität. Im Rahmen des Projektes sollen aus Sicht der Projektleitung wahrgenommene, zum derzeitigen Stand jedoch nicht hinreichend benennbare Handlungshemmnisse auf Seiten der Arbeitnehmervertretung vertieft, analysiert und Vorschläge für praxistaugliche Lösungsansätze entwickelt werden. Des Weiteren wird u. a. die Rolle von Betriebsräten in Zusammenhang mit Personalbemessung und Rationalisierungsprozessen thematisiert.
Die Realität in den Unternehmen stellt sich anders dar. Die Unternehmen haben ebenso wie die Arbeitnehmervertretungen ein hohes Interesse an der Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Der betriebliche Gesundheitsschutz und die Gesundheitsförderung können wesentlich zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit beitragen und finden immer stärker Eingang in die Personalpolitik. Die Unternehmen leisten dabei weit mehr als die Erfüllung gesetzlicher Verpflichtungen. Sie engagieren sich aktiv für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Die Palette der von den Unternehmen durchgeführten Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung ist breit und reicht von Bewegungs-, Entspannungs- und Ernährungsangeboten bis hin zu Mitarbeiter- und Führungskräfteseminaren. Neben allgemeinen betrieblichen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung umfassen die Programme zunehmend auch präventive Aspekte. Ein umfängliches betriebliches Gesundheitsmanagement ist in einer Vielzahl von Unternehmern gängige Praxis. Dies belegt eine Erhebung des AGV. Handlungshemmnisse auf Seiten der Arbeitnehmervertretungen können in der Branche nicht festgestellt werden.
Die Themen Gesundheitsschutz und Personalplanung und -bemessung sind strikt zu trennen. Nach dem gesetzlichen Leitbild besteht unter dem Aspekt des Gesundheitsschutzes kein Mitbestimmungsrecht des Betriebsrates bei der Personalplanung. Für die Personalplanung ist der Arbeitgeber verantwortlich. In dessen Leitungsfunktion darf der Betriebsrat nicht eingreifen.
Studien zum Thema Gesundheitsschutz sind grundsätzlich zu begrüßen, sofern sie auf Annahmen basieren, die den betrieblichen Realitäten entsprechen. Aus diesem Grund haben wir die Projektleitung darüber informiert, dass aus unserer Sicht eine Nachjustierung des Projektes erforderlich ist, um die wissenschaftliche Fundierung zu gewährleisten. |
| |
Seitenanfang |
| |
|
| |
|
| Bachelor und Master: Die Akzeptanz der Wirtschaft ist hoch |
|
 |
 |
 |
| |
|
Das internationale Zentrum für Hochschulforschung hat in Zusammenarbeit mit 48 Hochschulen in Deutschland eine umfassende Studie mit dem Titel "Generation Vielfalt. Bildungs- und Berufswege der Absolventen von Hochschulen in Deutschland 2007 - 2008" über den Zusammenhang zwischen Studium und Beruf veröffentlicht. Ziel der Studie ist es, die Relevanz der Studienbedingungen an den einzelnen Hochschulen für den Berufserfolg aufzuzeigen.
Für diese Studie wurden 86.000 Absolventen von deutschen Hochschulen angeschrieben. Rund 36.000 Fragebögen wurden ausgewertet. Beurteilt werden sollte die Situation ca. anderthalb Jahre nach dem Abschluss des Studiums. Hierzu wurden Absolventen des Wintersemesters 2006/07 und des Sommersemesters 2007 zwischen dem 14. Oktober 2008 und dem 29. Januar 2009 befragt.
Zentrale Themen der Studie sind der Verbleib nach dem Studienabschluss, die Dauer der Beschäftigungssuche, die Beschäftigungsbedingungen, die berufliche Tätigkeit und die dafür notwendigen Kompetenzen sowie die retrospektive Bewertung des Studiums. Gefragt wurde zudem nach der Wirkung der "neuen Abschlüsse" – Master und Bachelor – auf den späteren Berufserfolg.
Die Studie zeigt, dass die Absolventen durchschnittlich 27 Jahre alt sind und jeder vierte Student vor dem Studium eine Berufsausbildung gemacht hat. Rückblickend bewerten die Studenten die Lehrinhalte des Studiums als sehr gut, während beispielsweise die Praxisorientierung und die Fremdsprachenvermittlung nicht fmitür ausreichend bewertet werden. Insgesamt fällt die Beurteilung aber weitgehend positiv aus.
Die Absolventen schätzen ihre Kompetenz nach einem Master-Studium noch wesentlich höher ein als nach dem Bachelor-Studium. Diese Einschätzung führt dazu, dass viele Studenten nach dem Bachelor den Master direkt anschließen. Vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern ist dieses Vorgehen weit verbreitet, da hier früher die Promotion dem Diplom oft unweigerlich folgte.
Ein Großteil der Absolventen bewirbt sich auf Annoncen oder anhand einer Initiativbewerbung bei dem Unternehmen ihrer Wahl. Dabei fanden 90 % der Absolventen innerhalb von drei Monaten die erste Arbeitsstelle. Im Durchschnitt schrieben sie dafür 13 Bewerbungen.
Die regionalen Gegebenheiten haben großen Einfluss auf das Mobilitätsverhalten der Absolventen. Solange der Ort des Studiums genügend Arbeitsplätze bietet, fällt die Entscheidung, dort erst einmal in den Beruf zu starten, leicht. Das Einkommen der Bachelor-Absolventen ist durchschnittlich 20 % geringer als das der Diplom- und Master-Absolventen.
Insgesamt ist die Akzeptanz der „neuen“ Studienabschlüsse sowohl bei Absolventen als auch bei Arbeitgebern sehr hoch. 86 % der Bachelor-Absolventen sind anderthalb Jahre nach Abschluss des Studiums in Vollzeit beschäftigt, bei den Master-Absolventen sind es 92 %. Der Master wird im Durchschnitt sogar besser bewertet als die "alten" Studienabschlüsse. |
| |
Seitenanfang |
| |
|
| |
|
| Spendenbereitschaft reagiert auf steuerliche Anreize |
|
 |
 |
 |
| |
|
Laut einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) spenden die Deutschen im Dezember wesentlich mehr als in den Sommermonaten. Im Dezember 2008 wurden rd. 500 Mio. € gespendet. Für soziale Organisationen, Kirchen, Bildungs- und Kultureinrichtungen sowie für den Tier- und Umweltschutz spenden 40 % der Deutschen durchschnittlich ca. 100 € im Jahr (2008).
Spenden sind bis zu einer gewissen Höhe steuerlich absetzbar. Bei einem Grenzsteuersatz von 40 % zahlt das Finanzamt zum Beispiel 40 Cent pro gespendetem €. Der Anreiz "etwas Gutes zu tun" fällt in Deutschland hinter den steuerlichen Anreizen zurück. Dies bestätigt eine Studie vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Für diese Studie wurden 2.743 Steuererklärungen aus den Jahren 2001 bis 2003 betrachtet. Es ergibt sich ein klares Ergebnis: Wenn der Staat den Steuernachlass um einen Prozent erhöht, steigt das Spendenvolumen um durchschnittlich 1,38 bis 1,54 %. Steuern haben also großen Einfluss auf die Höhe der Spenden. Eine Einkommenserhöhung führt zu einem nicht so deutlichen Effekt: Wenn das Einkommen um einen Prozent steigt, steigt die Höhe der Spenden nur um 0,74 %.
In den Vereinigten Staaten ergibt sich ein ähnliches Bild, obwohl man vielleicht ein anderes Ergebnis erwarten würde: In den USA herrscht eine andere Mentalität als in Deutschland, es gibt kein staatliches Sozialsystem und Stiftungen spielen eine viel größere Rolle. Tatsächlich reagiert das Spendenverhalten jedoch auf ähnliche Weise auf eine bessere Absetzbarkeit.
Das absolute Niveau der Spenden in den USA ist wesentlich höher als in Deutschland. Im Jahr 2008 spendeten die Amerikaner 300 Mrd. $. Dieses Bild bestätigt auch eine ältere Studie aus einem Forschungsprojekt der Johns-Hopkins-Universität zu gemeinnützigen Organisationen: Das amerikanische Spenden- und Stiftungsaufkommen lag um den Faktor 14 höher als in Deutschland. Im Ländervergleich ist Deutschland eher auf einem der hinteren Plätze zu finden. Dies liegt auch daran, dass bei der Johns-Hopkins-Spendenstatistik die Kirchensteuer nicht mitgezählt wird, während in den USA und anderen Ländern die oft großen Spenden an Kirchen erfasst werden.
Grafik sh. pdf-file |
| |
Seitenanfang |
| |
|
| |
|
| Das soziale Umfeld hat Einfluss auf die Gesundheit der Kinder |
|
 |
 |
 |
| |
|
Kinder, die aus Familien mit einem starken inneren Zusammenhalt kommen, fühlen sich gesünder als Kinder aus sozial schwachen Familien. Laut eines Berichtes des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln haben das Einkommen, der Bildungsstand sowie das Gesundheitsbewusstsein der Eltern starke Auswirkungen auf deren Kinder.
In Familien mit einem monatlichen Einkommen von weniger als 1.000 € ist der Anteil der Eltern, die rauchen oder übergewichtig sind, größer als in Familien mit höherem Einkommen. Das zeigt sich auch bei ihren Kindern. Sie rauchen oft selbst, fühlen sich subjektiv weniger gesund und haben häufiger ein mangelndes Gesundheitsbewusstsein, so die Studie des IW.
Damit beginnt ein Teufelskreis: Denn kranke Kinder werden oftmals später eingeschult, bringen schlechtere schulische Leistungen und besuchen seltener ein Gymnasium als gesunde Sprösslinge. Dazu kommt, dass diese Kinder ihre Freizeit größtenteils vor dem Fernseher verbringen, anstatt sportlichen Aktivitäten nachzugehen. Auch hier sind Kinder, die sich gesund fühlen, viel häufiger anzutreffen.
Festzustellen ist darüber hinaus, dass Kinder, die psychische Auffälligkeiten zeigen, häufig aus sozial schwachen Familien kommen. Solche Auffälligkeiten verringern die Lernfähigkeit und somit die Chance auf eine gute Bildung.
Eine Verbesserung dieser Situation kann nur in Zusammenarbeit erreicht werden: Alle Institutionen, angefangen bei den Kindergärten und –tagesstätten bis hin zu weiterführenden Schulen, sollten dazu beitragen, das Gesundheitsbewusstsein von Familien positiv zu beeinflussen. Diese könnten Kinder aus sozial schwachen Familien z.B. mit Essensgutscheinen, persönlicher Beratung und vor allem durch Hilfe direkt vor Ort unterstützen. Hier wären Familienhebammen oder Sozialarbeiter, die die Kinder oder sogar die ganze Familie eine Zeit lang begleiten, eine gute Lösung.
Darüber hinaus sind Investitionen in eine familienfreundliche Infrastruktur nötig, die den natürlichen Spiel- und Bewegungsdrang von Kindern fördern. Moderne Turnhallen, Spielplätze und Jugendclubs lassen stundenlanges Fernsehen zur schlechten Alternative werden. |
| |
Seitenanfang |
| |
|
| |
|
| Versöhnlicher Jahresausklang |
|
 |
 |
 |
| |
|
| In vielen Schaufenstern glitzert es. Der deutsche Einzelhandel blickt einigermaßen zuversichtlich auf das Weihnachtsgeschäft des Krisenjahrs 2009. In den beiden wichtigsten Monaten November und Dezember sollen diesmal 73 Mrd. € Umsatz hereinkommen. Immerhin stehen die beiden letzten Monate des Jahres für fast 19 % des Jahresumsatzes im Einzelhandel, bei Büchern sowie Uhren und Schmuck für ein Viertel, und bei Spielwaren sogar für fast 30 %. Nach Hiobsbotschaften für Traditionshäuser wie Hertie, Quelle und Karstadt setzt der Handel auf einen versöhnlichen Ausklang des Jahres. Das Minus von 1,5 % wäre viel kleiner als die Einbrüche in anderen Branchen. Dabei dürften die meisten Verbraucher weiterhin aufs Geld achten. Für Weihnachten wollen die Deutschen diesmal etwa 2,9 % weniger ausgeben als im Vorjahr, wie das Beratungsunternehmen Deloitte in einer Umfrage unter 1.754 Verbrauchern ermittelte. Dies bedeute aber immer noch durchschnittlich 485 €, davon 300 € für Geschenke und 185 € für sonstige Besorgungen zum Fest. Abstriche machen wollen viele demnach allenfalls bei Anschaffungen für sich selbst, aber möglichst nicht bei Kindern und Familie. |
| |
Seitenanfang |
| |
|
| |
|
| Weihnachtsgruß |
|
 |
 |
 |
| |
|
Wir wünschen unseren Lesern ein gesegnetes Weihnachten, einen guten Rutsch und ein erfolgreiches Jahr 2010 |
| |
Seitenanfang |
| |
|
| |
|
|
|
 |
|
|
| |
|
|
|