Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Lebenserwartung in Deutschland weiter gestiegen: Männliche Neugeborene der Berichtsperiode 2008 bis 2010 besitzen eine durchschnittliche Lebenserwartung von 77 Jahren und 6 Monaten. Frauen wird bei Geburt sogar eine mittlere Lebenszeit von 82 Jahren und 7 Monaten vorausgesagt. Im Vergleich zur vorherigen Sterbetafel (2007 bis 2009) entspricht das einem Zuwachs von 2 Monaten bei Jungen und 1 Monat bei Mädchen. Diese erfreuliche Entwicklung hat vor allem damit zu tun, dass die Sterblichkeit im Alter in den letzten Jahrzehnten immer weiter gesunken ist. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts trug dagegen vorwiegend der Rückgang der Kindersterblichkeit zur Zunahme der durchschnittlichen Lebenserwartung bei. Aus den aktuellen Ergebnissen lässt sich darüber hinaus ablesen, dass auch die verbleibende Lebenserwartung von 65-Jährigen weiter zugenommen hat. Für Männer beläuft sie sich aktuell auf 17 Jahre und 4 Monate (+ 1 Monat), bei Frauen beträgt sie 20 Jahre und 7 Monate (+ 1 Monat). Die Zunahme der Lebenserwartung führt bei einem unveränderten Rentenzugangsalter zu einer Verlängerung der durchschnittlichen Rentenbezugsdauer und damit zusätzlich steigenden Rentenausgaben. Deshalb war es richtig, dass sich der Gesetzgeber mit dem „RV-Altersgrenzenanpassungsgesetz“ für die „Rente mit 67“ entschieden hat, um die künftigen Finanzierungslasten der Alterssicherung zu begrenzen.