Strategisches Gesundheitsmanagement der Concordia – Gestaltung von Arbeitsbedingungen

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    Unternehmen
    Concordia Versicherungen
    Sitz
    Karl-Wiechert-Allee 55, 30625 Hannover
    Beschäftigte
    1.155 Mitarbeiter
    Ansprechpartner/-in
    Sylvia Asmus

Projektdauer

2009 bis fortlaufend

Ausgangssituation und Ziele

Die Concordia erhebt seit 2009 in regelmäßigen Abständen die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen von Online-Befragungen. Die Ergebnisse weisen über die Jahre insgesamt eine hohe Arbeitszufriedenheit aus. Tendenziell zeigt sich Handlungsbedarf zum Beispiel in Bezug auf die Gesundheitsförderung. Die Concordia sieht gesunde und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Schlüsselfaktor für die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens. Sie hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, sukzessive eine betriebliche Gesundheitsförderung auf Grundlage eines ganzheitlichen Gesundheitsverständnisses aufzubauen. Seit 2009 haben wir hierzu folgende Lösungen implementiert:

Gesundbleib-Initiative

Im Rahmen unserer Concordia Gesundbleib-Initiative bieten wir regelmäßig Programme zur Gesundheitsförderung, wie z. B. Rückengesundheit, Qi Gong, Vorträge etc., mit denen wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Führungskräfte für den Erhalt und Ausbau der eigenen Gesundheit sensibilisieren wollen.

Beratungssystem

Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich durch Belastungssituationen eingeschränkt fühlen, haben wir ein internes Unterstützungsnetzwerk etabliert, dessen Ansprechpartner für konkrete Hilfestellungen zur Verfügung stehen. Darüber hinaus haben alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Möglichkeit, ein spezialisiertes, externes Team zu nutzen und so Hilfe in problematischen Lebens- und Arbeitssituationen in Anspruch zu nehmen.

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Um Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Langzeiterkrankungen individuelle Hilfe anbieten zu können, wird betriebliches Eingliederungsmanagement betrieben. Damit verfolgen wir das Ziel, die Gesundheit und Beschäftigungsfähigkeit der Betroffenen schnellstmöglich wiederherzustellen und einer erneuten Krankheit vorzubeugen.

Gestaltung von Arbeitsbedingungen

Auch zukünftig sollen die bereits implementierten Lösungen zum festen Bestandteil des strategischen Gesundheitsmanagements der Concordia gehören. Über einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess wollen wir die Arbeit so gestalten, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesund und leistungsbereit bleiben sowie gesundheitliche Handlungskompetenzen erweitert werden. Es gilt, das Gesundheitsmanagement im Sinne der aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen weiter zu professionalisieren. Eine große Herausforderung sehen wir im Wandel der Erwerbsbiographien. Erwerbsbiographien lassen sich heute nur noch selten geradlinig in die Phasen Kindheit/Jugend, Erwerbs- und Familienleben und Ruhestand unterteilen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, von Teilzeit und Karriere, von Arbeit und Pflege oder der Wunsch nach Auszeiten rücken stattdessen in den Fokus.

Erwerbstätige haben immer häufiger das Bedürfnis, je nach Lebensphase ein Stück aus dem Arbeitsleben heraustreten und auch wieder eintreten zu können. Concordia bietet die Möglichkeit, ein Sabbatical von mindestens 6 Monaten bis maximal 24 Monaten Dauer zu beantragen, um somit für eine längere Zeit aus dem Job auszusteigen und nach dieser Zeit wiederzukehren.

Concordia bietet ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an, auch von zu Hause aus ihrer Tätigkeit nachzukommen. Dies zahlt insbesondere auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und auf Gesundheit ein. Inzwischen arbeiten rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Teleheimarbeit. Unser Ziel ist es, den Anteil der Teleheimarbeit weiter auszubauen.

Eltern und Angehörige sind in der Regel gut organisiert. Doch Störungen unterschiedlichster Art können den gut organisierten Tagesablauf durcheinanderbringen. Ein externer Partner bietet innerhalb der Region Hannover Beratung und Unterstützung, wenn die Regelbetreuung des Kindes oder des Angehörigen plötzlich nicht greift und keine Lösung im persönlichen Umfeld organisiert werden kann. Weiterhin wird für Mitarbeiterkinder zwischen 6 und 12 Jahren in den Räumlichkeiten der Concordia in Hannover eine Kinderferienbetreuung angeboten.

Neben den aktuell bereits zur Verfügung stehenden Angeboten, sind wir bestrebt, kontinuierlich bestehende Strukturen und Möglichkeiten zu prüfen und daraus neue Arbeitsbedingungen (z. B. Lebens- oder Jahresarbeitszeitkonten, Jobsharing) zu entwickeln.

Auswirkungen und Nutzen

Wir sind davon überzeugt, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie das Wohlbefinden, die Gesundheit und die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steigert. Dies wird sich positiv auf die Leistungsbereitschaft und damit auf die Arbeitsqualität und -quantität auswirken. Durch die Berücksichtigung der lebensphasenbezogenen Anforderungen können zudem die Fluktuationsquote reduziert und Fehlzeiten verringert werden. Die Bindung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird insbesondere im Hinblick auf den demografischen Wandel zum Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Unternehmen und gibt der Concordia die Möglichkeit, sich als attraktiver Arbeitgeber auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren.

Beteiligte Partner

Die Gestaltung der Arbeitsbedingungen schließt sowohl Arbeitsmodelle als auch Ideen zur Raumplanung und technischen Infrastruktur ein. Diese unterschiedlichen Themen erfordern eine enge Abstimmung der zuständigen Fachabteilungen. Hierzu gehören neben der Personalabteilung, der Organisation, dem Gebäude- und Dokumentenmanagement, die Datenverarbeitung und natürlich auch der Betriebsrat etc.

Erfolgsfaktoren

Die Anwesenheitskultur ist in vielen deutschen Unternehmen noch stark verankert, sowohl bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als auch auf den Führungsebenen. Damit Angebote zur Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort genutzt werden, müssen wir für Offenheit sorgen und die Vorteile neuer Modelle stark promoten. Hierfür ist ein frühzeitiges „Werben“ und Einbeziehen der Stakeholder, insbesondere der Führungskräfte, erforderlich. Gleichzeitig müssen wir eine gute Balance zwischen Mut und Augenmaß finden. Zum einen wollen wir Freiräume für lebensphasenorientiertes Arbeiten schaffen. Zum anderen werden wir aber auch darauf achten, dass das notwendige Maß an Präsenz nicht unterschritten wird und alle An- und Abwesenheiten für die Führungskraft und das Unternehmen gut planbar sind.