GoTeam Challenge – Schritt halten fördert nachweislich körperliche Aktivität, Gesundheit und Wohlbefinden

    Logo des Gothaer Konzern
    Unternehmen
    Gothaer Versicherungen
    Sitz
    Gothaer-Allee 1, 50969 Köln
    Beschäftigte
    4.800 Mitarbeiter
    Ansprechpartner/-in
    Thomas Barann

Beginn und Dauer des Projekts

Das Projekt begann im Mai 2016 und umfasste eine mehrwöchige Anmeldephase. Der eigentliche Schrittzählerwettbewerb dauerte 50 Tage.

Hintergrund für die Einführung des Projekts bzw. Zielsetzung

Gothaer Fussspuren

Da sich das Sitzen im letzten Jahrzehnt als ein unabhängiger Risikofaktor für zahlreiche Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder kardiovaskuläre Leiden herausgestellt hat, wird es heute als das neue Rauchen propagiert. Der zugrunde liegende Problemkomplex ist fest in unseren gesellschaftlichen Strukturen verankert, sitzt ein wesentlicher Teil der Bevölkerung doch bei der Arbeit, in der Schule, beim Essen und in der Freizeit. Insbesondere Beschäftigte an Bildschirmarbeitsplätzen können ihren Büroalltag nur selten für Bewegung nutzen. Feste Routinen, Leistungs- und Zeitdruck binden den Arbeitenden häufig täglich für sieben Stunden und länger an den Bürostuhl. Die Tendenz in der Arbeitswelt zur Digitalisierung mit papierlosen Büros, die den regelmäßigen Gang zum Drucker überflüssig machen, verstärkt diese Problematik zusätzlich.

Im Gegenzug dazu wissen wir heute, dass Bewegung und körperliche Aktivität einen positiven Effekt auf zahlreiche Gesundheitsparameter haben und protektiv wirken im Hinblick auf die Entstehung unterschiedlicher Krankheitsbilder, beispielsweise das Herz-Kreislauf-System betreffend. Während in der Literatur 10.000 Schritte, durchschnittlich ungefähr 8 km pro Tag, als Ziel zum Erhalt der Gesundheit propagiert werden, liegen die meisten Menschen in ihrem Alltag deutlich unter dieser Vorgabe und weisen ein durchschnittliches Tagesdefizit von 3.000-6.000 Schritten auf.

Folglich ist die Arbeitswelt ein Bereich, in dem mit verhaltenspräventiven Ansätzen zur Steigerung der physischen Aktivität eine große Anzahl von Personen erreicht werden kann. In den letzten Jahren gewannen Maßnahmen an Bedeutung, welche Schrittzähler, Fitness-Tracker oder Mobile-Apps als Medium zur Motivation nutzen, um die körperliche Aktivität zu steigern. Dieses Ziel wurde auch im Rahmen des hier beschriebenen Projektes verfolgt.

Projektbeschreibung

Der Schrittzähler-Wettbewerb mit dem Namen „GoTeam Challenge“ sah vor, dass die Mitarbeiter des Gothaer Konzerns in Deutschland sich eigenständig in Teams zwischen 7 und 15 Personen organisieren, um dann gemeinsam gegen andere Teams anzutreten. Die 50 Tage dauernde Aktion wurde von Mai bis Juli durchgeführt. Die angemeldeten Teams traten in 3 Wettbewerben gleichzeitig an: einer „Team-Challenge“, in der das Team mit den meisten durchschnittlich pro Kopf gesammelten Schritten gewinnt; einem „Charity Event“, in welchem durch das Erreichen eines bestimmten Aktivitätsziels von allen Mitarbeitern eine Spende an eine gemeinnützige Institution freigeschaltet wurde und den erst in der Mitte der 50 Tage beginnenden „Sprint Wochen“, in welchen das Team mit dem stärksten Anstieg an Schritten im relativen Vergleich zu den Wochen zuvor gewinnt. Insgesamt nahmen über 900 Mitarbeiter an dem unternehmensinternen Wettbewerb teil, die sich in 81 Teams organisierten.

Beteiligte Partner

Das Projekt wurde in Kooperation mit der Deutschen Sporthochschule Köln evaluiert und durch die Gothaer Tochter MediExpert Gesellschaft für betriebliches Gesundheitsmanagement mbH durchgeführt. Mitarbeiter des Gothaer Konzerns konnten für den Schrittzähler-Wettbewerb auf Grundlage einer Kooperation mit dem Wearable und Devices Hersteller Garmin durch die Gothaer subventionierte Fitness-Tracker erwerben.

Wichtigste Erfolgsfaktoren/Hindernisse

Der Schrittzähler-Wettbewerb wurde umfassend evaluiert. Rückmeldungen der Mitarbeiter machten deutlich, welche Elemente des Wettbewerbes dafür verantwortlich waren, dass eine Vielzahl von Mitarbeitern zur Teilnahme motiviert werden konnte. So zeigten die Rückmeldungen der Teilnehmer (Mehrfachnennungen möglich), dass 72% der Befragten die Gruppendynamik sowie soziale Aspekte als zentralen Motivator für die Teilnahme an dem Schrittzähler-Wettbewerb hervorhoben. 63% der Mitarbeiter gaben an, dass der spielerische Charakter in Form eines Wettbewerbes einen wichtigen Motivator für die Teilnahme am Schrittzählerwettbewerb darstellte. Die Verbesserung der eigenen Fitness war für 56% der Befragten bedeutsam, dicht gefolgt von dem Wunsch, im Rahmen des Charity-Events etwas für den guten Zweck zu tun (39% der Befragten). Entsprechend können diese Elemente als zentrale Erfolgsfaktoren für den Schrittzähler-Wettbewerb der Gothaer angesehen werden.

Mann läuft über Brücke

Auswirkungen und (erzielter) Nutzen

Die Auswirkungen des Schrittzähler-Wettbewerbes wurden durch die Analyse der Befragungsergebnisse sowie der durch die Fitness-Tracker erfassten Daten deutlich. Befragungen zeigten, dass die Teilnehmer ihren Gesundheitszustand am Ende des Projektes signifikant besser bewerteten als vor Projektbeginn. Gleiches gilt für das Gesundheitsverhalten der Teilnehmer. Auch die Ergebnisse des WHO-5 Gesamtscores, welcher Auskunft über das Wohlbefinden der letzten zwei Wochen gibt, verdeutlichen, dass die Teilnehmer ihr Wohlbefinden nach dem Projekt signifikant besser bewerteten.

Darüber hinaus lässt sich an der Auswertung der Fitness-Tracker-Daten erkennen, dass die Teilnehmer während des Schrittzähler-Wettbewerbes eine größere Anzahl an Schritten gegangen sind und die aktive Zeit ggü. der Ausgangssituation vor Aktionsbeginn signifikant zugenommen hat. Die Empfehlung der WHO von 10.000 Schritten pro Tag konnte während des Schrittzähler-Wettbewerbes sogar übertroffen werden.