KI 06/2014, 16.06.2014

AGV-Personalvorstandstagung 2014

Am 20. Mai 2014 fand in Bergisch-Gladbach zum elften Mal die Jahrestagung der Personalvorstände der deutschen Assekuranz statt.

Am 20. Mai 2014 fand in Bergisch-Gladbach unter der Leitung von Dr. Josef Beutelmann, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes der Versicherungsunternehmen in Deutschland, zum elften Mal die Jahrestagung der Personalvorstände der deutschen Assekuranz statt. Einen Schwerpunkt der Tagung bildete die Führungskraft als Persönlichkeit. Dabei standen Auswirkungen von Macht auf Entscheidungsträger sowie Menschenführung durch Charisma im Mittelpunkt. Zudem wurden die Themen „lebensorientierte Personalpolitik“ und „die Sicherheit von Unternehmensdaten“ näher beleuchtet.

Der ehemalige ZDF-Chefreporter Professor Michael Schmitz ging in seinem Vortrag der Frage nach, „Was Macht mit Menschen macht“. Macht verändere Menschen, wenngleich auf unterschiedliche Weise. Daher sollte Macht reflektiert werden, um negative Effekte zu vermeiden. Zu den negativen Auswirkungen von Macht zähle, dass sie die Sicht auf sich selbst verstärke, sie egozentrisch mache, die Selbstsucht fördere. So zähle die eigene Meinung mehr als die der anderen. Macht mache immun gegen Kritik und den Rat anderer. In besonderer Weise neigten Macht-Menschen dazu, den eigenen Anteil an Leistungen überzubewerten. Für manche sei Macht eine Art Droge, die als erhebendes Gefühl wahrgenommen werde. Ein besonderes Augenmerk legte Schmitz auf dominante Führungskräfte, die die Unterordnung von Mitarbeitern förderten. Durch ihr Handeln bestätigten diese Mitarbeiter ihrerseits wiederum das Dominanz-Verhalten ihrer Führungskräfte. Hingegen fühlten sich Mitarbeiter, die sich durch eigene Ideen und Initiativen einzubringen suchten, nicht anerkannt, so der Professor für Psychologie und Management der Wiener Lauder Business School. Obwohl im Allgemeinen eigenverantwortliche Mitarbeiter erwünscht seien, sei die Botschaft durch ein solches Verhalten der Führungskräfte allerdings eine andere. Schmitz betonte, dass es keine „Führungs-Konklave“, sondern kollektiven Sachverstand und die Möglichkeit zum Diskurs erfordere, um komplexe Entscheidungen zu fällen.

Im Anschluss beleuchtete der Schauspieler und Diplom-Sozialpädagoge Tom Schmitt die Psychologie der Menschenführung und zeigte auf, was charismatisches Verhalten ausmacht. Charisma speise sich aus verschiedenen Quellen, die implizit vorhanden seien. So verfügten charismatische Persönlichkeiten über ein hohes Maß an Entspanntheit, Selbstvertrauen und Emotionalität, aber auch Entschiedenheit und damit Glaubwürdigkeit. Eine besondere Eigenschaft von Charismatikern sei die Statusintelligenz, also die Fähigkeit, mit dem bestehenden Rollenverhältnis zu spielen. Der Status beschreibt hierbei das Machtverhältnis aufgrund der Persönlichkeit. Das Interaktionsmodell geht davon aus, dass Menschen mit höherem Status sich zwar durchsetzen können, aber als unsympathisch wahrgenommen werden. Menschen mit tiefem Status hingegen wirken sympathisch, allerdings auch weitaus nachgiebiger und damit weniger durchsetzungsfähig. Der Charismatiker, erklärte Schmitt, besitze die Fähigkeit, sich durchzusetzen und sei zugleich sympathisch. Macht gehe beim Charismatiker mit Akzeptanz seitens der Mitarbeiter einher, er nehme mit ihrer Zustimmung Einfluss. Schmitt erläuterte, dass Beziehungen dann interessant seien, wenn der Status ein wenig über oder unter dem des anderen ist. Zum Schluss stellte er die These auf, dass Statusspiele zwischen Führungskraft und Mitarbeiter Teamergebnisse steigern können.

Den Vortrag zur lebensphasenorientierten Personalpolitik bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall hielt Claudia Klug, Generalbevollmächtigte der Bausparkasse Schwäbisch Hall AG und Vorstandsmitglied der Schwäbisch Hall Kreditservice AG. Sie ging u.a. auf die Themen Personalentwicklung, Gesundheitsförderung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Unternehmen ein. Im Schlussvortrag erläuterte der Verfassungsschutzexperte Michael George, wie sicher Unternehmensdaten sind. Er zeigte hierbei anschaulich Sicherheitslücken auf und warf einen Ausblick auf kommende Herausforderungen für die IT-Sicherheit.

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