Sektoraler Sozialer Dialog

Der sektorale Soziale Dialog beschränkt sich auf branchenspezifische Fragen und findet zwischen den europäischen Sozialpartnerorganisationen der jeweiligen Branche statt.

Am Sozialen Dialog der europäischen Versicherungswirtschaft nehmen für die Arbeitgeber die Dachverbände Insurance Europe (European Insurance and Reinsurance Federation), BIPAR (European Federation of Insurance Intermediaries) sowie AMICE (Association of Mutual Insurers and Insurance Cooperatives in Europe) und für die Arbeitnehmer die europäische Dienstleistungsgewerkschaft UNI Europa teil. Der AGV vertritt die Interessen seiner Mitglieder über die Insurance Europe Social Dialogue Platform, deren Mitglieder die Verhandlungen mit UNI Europa führen. Aktueller Vorsitzender der Platform ist der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des AGV, Dr. Sebastian Hopfner.

Der Soziale Dialog in der Versicherungswirtschaft existiert seit 2001. Im Mai 2004 wurde er aufgrund divergierender Ansichten über den Rechtscharakter einer gemeinsamen Erklärung zur betrieblichen Weiterbildung vorübergehend ausgesetzt und schließlich im September 2007 wieder aufgenommen.

Als konkretes Ergebnis der intensiven Gespräche seit der Wiedereinführung des Dialogs ist es den Sozialpartnern gelungen, eine gemeinsame Demografie-Erklärung zu erarbeiten und Anfang 2010 zu verabschieden.

Ein weiterer Baustein des gemeinsamen Demografie-Projektes, das von der Europäischen Kommission als sehr erfolgreich gewürdigt wurde, umfasst die in 2012 veröffentlichte Broschüre zum Umgang mit den demografischen Herausforderungen in der Versicherungswirtschaft. Nähere Informationen zum Demografie-Projekt der europäischen Sozialpartner finden Sie hier.

Ein weiteres Ergebnis des Dialogs der europäischen Sozialpartner ist der Abschluss einer gemeinsamen Erklärung zum Thema Telearbeit im Jahr 2015, über die mehr als zwei Jahre verhandelt worden war. Diese gemeinsame Erklärung geht auf die im Jahr 2002 unterzeichnete Erklärung der Sozialpartner auf intersektoraler Ebene zurück und beleuchtet das Thema Telearbeit aus dem Branchenblickwinkel.

Mit dem Abschluss der Gemeinsamen Rahmenerklärung zu den sozialen Auswirkungen der Digitalisierung in der Versicherungswirtschaft im Oktober 2016 ist es den Sozialpartnern nach gut einem Jahr intensiver Diskussionen nunmehr gelungen, sich als erste Branche im Rahmen eines Sektoralen Sozialen Dialogs auf eine gemeinsame Erklärung zu verständigen. Damit stellen die europäischen Branchenvertreter einen potenziellen Diskussionsrahmen für den Meinungsaustausch auch auf nationaler und Unternehmensebene zur Verfügung.